Freitag, der 13., heute.
Der Aberglaube besagt, dass am Freitag, der 13., Unglück, Unfälle und Pech die Menschen verfolgen. Viele in Deutschland halten diesen Tag heute für einen Unglückstag, an dem sie besser keine wichtigen Termine wahrnehmen oder gar ganz Hause bleiben.
Im Fachjargon wird diese irrationale Angst vor Freitag, der 13. als Paraskavedekatriaphobie bezeichnet.
Im schlimmsten Fall kann diese Phobie so weit führen, dass davon betroffene Personen geplante Termine und Reisen absagen oder sich an einem Freitag, dem Dreizehnten nicht aus dem Bett trauen.
Sogar viele Hotels haben keine 13. Etage oder kein Zimmer mit der Nummer 13. Und sogar in Flugzeugen ist das Fehlen der Zahl nichts Neues. Einige Fluglinien lassen dann die Sitzreihe Dreizehn einfach aus.
Doch was ist zur Entstehung und Bedeutung dieses Aberglaubens bekannt? Weil es heute wieder so weit ist, ein paar Antworten zum Ursprung des Freitags, der Dreizehnte.
Das Beste vorweg: Statistisch gesehen gibt es keinen Beleg für die Phobie, dass am Freitag, den 13. wirklich mehr Unfälle und Unglücke passieren als an jedem anderen beliebigen Tag. Der Automobilclub ADAC hat 2018 beispielsweise die Unfallzahlen an den beiden Freitagen des Jahres analysiert, die auf einen 13. fielen. Ein Tag lag leicht unter der Durchschnitts-Statistik aller Freitage des Jahres, der andere darüber - keine besonderen Auffälligkeiten.
Tatsächlich stellt der Automobilclub aber fest: An Freitagen passieren statistisch mehr Unfälle als an anderen Wochentagen. Das hat aber nichts mit dem Datum zu tun. Eher damit, dass an diesem Tag etwa durch Wochenendpendler oder Ausflügler mehr los ist auf den Straßen.
Wer aber fest davon überzeugt ist, dass ihm am Freitag, den 13. etwas Schlimmes zustößt, der lebt auch gefährlicher. Denn hier greift ein altbekanntes psychologisches Muster: Die "selbsterfüllende Prophezeiung". Diese besagt, dass wenn wir ein bestimmtes Ereignis erwarten, wir mit unserem Handeln und Verhalten unbewusst dazu beitragen, dass dieses auch eintritt. Am Freitag, den 13. könnte man sich somit unsicherer fühlen und auch zögerlicher und unsicherer verhalten, wodurch einem dann meist häufiger Fehler und Missgeschicke passieren.
Der Ursprung von Freitag, der 13. als Unglückstag geht in unserem Kulturkreis hauptsächlich auf die Bibel und den Volksglauben zurück.
Sowohl der Wochentag "Freitag" an sich, als auch die Zahl "13" werden mit negativen Ereignissen aus der Geschichte assoziiert. Kombiniert ergeben sie doppeltes Unglück, einen echten "Pechtag" - Freitag, der 13. eben.
Die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies fiel auf einen Freitag.
An einem Freitag wurde Jesus Christus gekreuzigt.
Neugeschichtlich wird mit dem Freitag als Unglückstag der "schwarze Freitag" 1929 verbunden. An jenem "Black Friday" fand der legendäre US-amerikanische Börsenkrach 1929 statt.
Dagegen spricht: Rein faktisch hatte der schon am "Black Thursday", als am Donnerstag zuvor begonnen. Im öffentlichen Bewusstsein verknüpfte sich der Börsenkrach aber später mit dem Freitag, weil es aufgrund der Zeitverschiebung in Europa bereits Freitag war.
Die Zahl 13 wird von vielen im ebenfalls als Unglückszahl gesehen. Denn das Zwölfersystem spielt in unserer Gesellschaft seit jeher eine bedeutende Rolle - die Zahl 13 ist die „verdammte“ erste Zahl nach der 12.
Jedes Jahr hat zwölf Monate, ein Tag zweimal 12 Stunden.
Jesus hatte 12 Apostel. Judas kam als 13. zum letzten Abendmahl und hat Jesus verraten.
Auch in der nordischen Mythologie gibt es Hinweise auf die 13 als Unglückszahl.
12 Götter sollen zusammengesessen und den Tod ihres liebsten Gottes Baldur bedauert haben. Loki, der zwielichtige Gott der germanischen und nordischen Sagenkultur, traf als 13. Gott in der Halle ein. Er war es, der den Tod des Baldurs zu verantworten hatte.
Lange hieß die 13 im deutschen Volksmund das „Teufelsdutzend“.
Im Tarot bedeutet die 13. Karte den Tod.
So ganz klar ist nicht, woher die Angst vor Freitag, dem 13. stammt.
Eines der ersten Ereignisse, das auf einen Freitag, den 13. fiel, fand im Jahr 1307 statt. Damals regierte König Philipp IV. in Frankreich. Im Oktober jenes Jahres befahl er, alle Mitglieder des Templerordens in Paris zu verhaften, was letztlich zur Aufhebung des Ordens führte. Der letzte Großmeister der Tempelritter, Jacques de Molay, soll einer Legende nach an einem Freitag, dem 13. auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein.
Dennoch wird dieses tragische Ereignis nicht als Ursprung für den Aberglauben um den Freitag, den 13. gesehen. Denn schriftliche Erwähnungen eines Freitags, der 13. als Unglückstag finden sich nach dem Jahr 1307 lange Zeit nicht.
Erst 1907 wird Freitag, der 13. wieder als Unglückstag erwähnt. In diesem Jahr schrieb der US-Amerikaner Thomas William Lawson, der durch Börsenspekulationen zum Multimillionär geworden war, den Börsenroman "Friday the 13th". Noch im selben Jahr erschien dieser als "Freitag der 13." auch in Deutschland. Das Buch handelt von einem Wall-Street-Makler, der eine Firma in den Ruin treiben will und deshalb an besagtem Freitag einen Kursrutsch auslöst. Zwar erreicht er sein Ziel, doch stürzt diese Tat ihn gleichzeitig ins Verderben.
Die Wahrnehmung eines Freitags, der 13. als Unglückstag wuchs in Deutschland im Jahr 1916, als der Film "Freitag der 13." des Regisseurs Richard Oswald in die Kinos kam. Dieser handelt von einer Familie, deren Mitglieder mysteriöserweise immer an diesem Datum ums Leben kommen.
Auch wenn es statistisch dafür keine Belege gibt, sind in jüngerer Vergangenheit einige tragische Unglücke auf einen Freitag, den 13. gefallen.
Die Terroranschläge des IS in Paris mit 120 Toten (unter anderem im Bataclan-Theater) ereigneten sich am Freitag, 13. November 2015.
Das Schiffsunglück der "Costa Concordia" mit 32 Toten vor der Küste Italiens fand am Freitag, 13. Januar 2012 statt.
Der Ausbruch des Vulkans "Nevado del Ruiz" in Kolumbien kostete am Freitag, 13. November 1985, rund 25.000 Menschen das Leben.
So verbreitet der Mythos um den Freitag, der 13. auch in vielen Ländern ist, so unterschiedlich legt man ihn auch aus.
In den USA ist es ähnlich wie bei uns. Mit Freitag, dem 13. bringen viele Menschen nichts Gutes in Verbindung. Laut einer US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2003, litten zwischen 17 und 21 Millionen US-Bürger unter der Furcht vor dem Freitag, dem 13. Den dadurch entstanden volkswirtschaftlichen Schaden schätzten sie auf 800 bis 900 Millionen US-Dollar pro Stichtag.
Doch nicht überall auf der Welt ist Freitag, der Dreizehnte ein Unglückstag. In einigen südeuropäischen Ländern, wie etwa in Griechenland, gelten Dienstage, die auf den 13. eines Monats fallen, als "Pechtage". In Italien gilt beispielsweise Freitag, der 17. als Unglücksdatum. In China und Japan gilt vor allem die Zahl Vier als Unglückszahl. Der Grund: Die Aussprache des Wortes „Vier“ klingt so ähnlich wie das chinesische Wort für Tod.
In einigen Ländern und Kulturen gilt Freitag, der 13. sogar als Glückstag. In Japan ist die 13 eine Glückszahl, ebenso in der jüdischen Tradition. In China verheißt die Zahl 13 ebenfalls Glück und Muslimen ist der Freitag heilig.
Also keine Panik vor dem nächsten Unglücksdatum. Denn meistens trifft dies ohnehin nur auf einen Freitag im Jahr, mehr als drei Tage sind es aber nie.
Dieses Jahr 2024 waren es nur zwei Freitage, die auf einen 13. des Monats fielen.
Im Jahr 2025 gibt es nur einen "Pechtag". Freitag, der 13. Juni 2025.
Quelle: wikipedia.org, swp.de, allgaeuer-zeitung.de
In diesem Sinne, noch einen schönen Tag und viele Grüße,
Richard
P. S. Die maskuline Schreibweise dient ausschließlich der besseren Lesbarkeit. Angesprochen sind selbstverständlich immer alle Geschlechter.